Media Kit für Creator: Aufbau, Inhalte & typische Fehler
Was in ein Media Kit für Creator gehört: Bio, Zahlen, Audience-Daten, Content-Beispiele, Kontakt — plus Preis-Frage, PDF vs. Web-Kit und typische Fehler.
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Ein Media Kit ist deine Bewerbungsmappe für Brand-Deals: ein kompaktes Dokument mit Positionierung, Plattform-Zahlen, Audience-Daten, Content-Beispielen und Kontakt — alles, was eine Marke braucht, um über eine Kooperation zu entscheiden. Rein gehören belegbare Zahlen und eine klare Nische, raus bleibt alles, was nur Deko ist. Hier zeigen wir dir, wie du dein Media Kit aufbaust, ob Preise hineingehören, wann ein Web-Kit dem PDF überlegen ist — und welche Fehler dich Anfragen kosten.
Diese Inhalte gehören in dein Media Kit
Ein gutes Media Kit beantwortet in zwei Minuten drei Fragen: Wer bist du, wen erreichst du und was kann eine Marke mit dir machen? Daran orientiert sich der Aufbau:
- Positionierung & Bio: 2–3 Sätze zu deiner Nische, deiner Perspektive und dem, was dich von anderen Creatorn unterscheidet. Keine Lebensgeschichte, kein Buzzword-Teppich — eine Marke muss nach dem ersten Absatz wissen, wofür du stehst.
- Plattform-Zahlen: Follower, durchschnittliche Views und Engagement-Rate — für jede Plattform einzeln. Eine addierte „Gesamtreichweite“ über alle Kanäle wirkt größer, sagt aber nichts aus: Gebucht wird ein konkreter Kanal, nicht deine Summe.
- Audience-Demografie: Alter, Geschlecht und Top-Regionen deiner Zielgruppe — direkt aus den Insights deiner Plattformen, idealerweise mit Screenshot als Beleg. Für viele Marken ist das der entscheidende Abschnitt: Sie kaufen keine Follower-Zahl, sondern Zugang zu einer bestimmten Zielgruppe.
- Content-Formate & Beispiele: Welche Formate du produzierst — etwa Tutorials, Vlogs, Reviews oder Skits — plus drei bis fünf deiner stärksten Beiträge, verlinkt statt nur als Screenshot.
- Kooperationsarten: Was Marken bei dir buchen können: Integration, Dedicated Video, Story-Serie, Event-Begleitung oder UGC-Produktion. Biete nur an, was du wirklich zuverlässig lieferst.
- Kontakt: Eine E-Mail-Adresse, gegebenenfalls dein Management und ein Hinweis, wie schnell du üblicherweise antwortest. „Schreib mir einfach eine DM“ ist keine Kontaktangabe für ein Business-Dokument.
Sobald du erste Kooperationen vorweisen kannst, gehören sie ins Kit — mit Marke, Format und, wenn möglich, einem Ergebnis. Mehr als ein bis zwei Seiten braucht das alles nicht: Ein Media Kit ist ein Pitch, kein Portfolio.
Preise im Media Kit: Pro und Contra
Ob Preise ins Media Kit gehören, ist eine der häufigsten Fragen — und es gibt keine pauschal richtige Antwort, sondern einen Trade-off.
Dafür spricht: Preise vorqualifizieren. Eine Marke mit 300 € Budget schreibt dich gar nicht erst an, wenn dein Kit „ab 1.500 €“ sagt — das spart beiden Seiten Zeit. Sichtbare Preise signalisieren außerdem Professionalität: Du kennst deinen Wert und verhandelst nicht bei null.
Dagegen spricht: Fixe Preise nehmen dir Verhandlungsspielraum — nach oben wie nach unten. Kein Deal ist wie der andere: Nutzungsrechte, Exklusivität, Produktionsaufwand und Laufzeit verändern den fairen Preis massiv. Ein Betrag im PDF von vor sechs Monaten kann dich zudem unter Wert festnageln, wenn dein Kanal seitdem gewachsen ist.
Der Mittelweg, den wir meistens empfehlen: ab-Preise oder Spannen statt Festbeträge — etwa „Integration ab X €, Dedicated Video auf Anfrage“. So filterst du unpassende Anfragen, ohne dich festzulegen. Zur groben Einordnung, was Marken üblicherweise pro Post zahlen: Micro-Creator (10.000–50.000 Follower) liegen typischerweise bei 250–1.500 €, Mid-Tier-Creator (50.000–250.000) bei 1.500–5.000 € — die konkrete Zahl hängt von Nische, Engagement und Rechten ab.
Wichtig ist nur eins: Wenn Preise im Kit stehen, müssen sie aktuell sein. Nichts wirkt unprofessioneller, als um Preise herunterhandeln zu lassen, die du selbst veröffentlicht hast.
PDF oder Web-Media-Kit?
Das klassische Media Kit ist ein PDF — schnell gebaut, als Anhang verschickt, funktioniert offline. Für den Start ist das völlig in Ordnung. Aber PDFs haben ein strukturelles Problem: Sie veralten ab dem Tag des Exports. Deine Zahlen von März kursieren im Juli noch in Postfächern, alte Versionen werden weitergeleitet, und du hast keine Kontrolle darüber, wer welchen Stand sieht.
Ein Web-Media-Kit — eine eigene Seite mit deinen Daten — löst genau das:
- Immer aktuell: Es gibt eine einzige Quelle. Änderst du eine Zahl, stimmt sie überall — egal, wann der Link verschickt wurde.
- Einfach teilbar: Ein Link statt eines Anhangs — funktioniert in jeder DM, jeder E-Mail-Signatur und jeder Linkliste.
- Sensible Zahlen geschützt: Öffentlich zeigst du Positionierung und Content, die detaillierten Insights — Demografie, Ø-Views, Engagement — liegen in einem passwortgeschützten Bereich, den nur ernsthafte Anfragen zu sehen bekommen.
Für Creator in unserem Management und in der Vermittlung bauen wir solche Web-Media-Kits selbst: öffentliches Profil plus geschützter Insights-Bereich. Was unser Management darüber hinaus übernimmt, liest du unter für Creator.
Die Formate schließen sich übrigens nicht aus: Das Web-Kit ist der Master, ein PDF-Export entsteht bei Bedarf daraus — zum Beispiel, wenn eine Marke explizit ein Dokument für die interne Freigabe braucht. Nur die Richtung muss stimmen: Die Webseite ist die Wahrheit, das PDF der Schnappschuss.
Ehrlichkeit schlägt Schönrechnen
Marken prüfen Zahlen nach — mit Screenshots, mit Analytics-Zugängen, mit Tools von Drittanbietern. Ein Media Kit, das beim ersten Deal auffliegt, kostet dich nicht nur diesen Deal, sondern jeden weiteren mit dieser Marke oder Agentur. Deshalb gelten vier Regeln:
- Echte Zahlen, echter Zeitraum: Nimm die Werte direkt aus deinen Insights und benenne den Zeitraum — „Ø-Views, letzte 90 Tage“ ist eine belastbare Angabe, „bis zu 500.000 Views“ ist Marketing.
- Ausreißer kennzeichnen: Ein viraler Post ist ein Argument, aber kein Durchschnitt. Zeig ihn ruhig — aber als das, was er ist: „Spitzenwoche“ oder „bester Post im Quartal“, nicht als Normalfall.
- Plattform-spezifisch bleiben: Engagement-Raten sind zwischen Plattformen nicht vergleichbar — ein Wert, der auf Instagram stark ist, kann auf TikTok Durchschnitt sein. Nenne die Werte deshalb pro Plattform und rechne nichts zusammen.
- Nichts kaschieren: Gekaufte Follower, tote Reichweite oder ein eingebrochener Kanal fallen spätestens in der Kampagne auf — dann, wenn es am teuersten ist.
Zum Update-Rhythmus: Prüfe die Kern-Zahlen alle vier bis acht Wochen und immer unmittelbar, bevor du das Kit verschickst. Ein sichtbares „Stand: Monat/Jahr“ im Dokument zeigt Marken, dass deine Zahlen gepflegt sind — und zwingt dich selbst zur Routine.
Ehrlichkeit ist dabei kein Nachteil: Eine kleine, präzise belegte Zielgruppe ist für die passende Marke mehr wert als eine große, geschönte.
Die Bausteine deines Media Kits im Überblick
| Bestandteil | Das gehört rein | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Positionierung & Bio | 2–3 Sätze: Nische, Perspektive, was dich unterscheidet | Halbe Lebensgeschichte statt klarer Nische |
| Plattform-Zahlen | Follower, Ø-Views, Engagement-Rate — je Plattform einzeln | Addierte Gesamtreichweite über alle Kanäle |
| Audience-Demografie | Alter, Geschlecht, Top-Regionen — mit Insights-Screenshot | Behauptungen ohne Beleg |
| Content & Beispiele | Formate plus 3–5 verlinkte Top-Beiträge | Veraltete Posts oder tote Links |
| Kooperationsarten | Konkrete buchbare Formate — Integration, Dedicated, UGC, Story | Alles anbieten, nichts fokussieren |
| Kontakt | E-Mail, ggf. Management, Reaktionszeit | Nur per DM erreichbar |
Faustregel: Jede Zahl im Kit muss belegbar sein — im Zweifel gehört der Insights-Screenshot direkt daneben.
Häufige Fragen zum Media Kit
Was ist ein Media Kit und wozu brauche ich es?
Ein Media Kit ist ein kompaktes Dokument oder eine Webseite, mit der du dich bei Marken für Kooperationen vorstellst — mit Positionierung, Plattform-Zahlen, Audience-Daten, Content-Beispielen und Kontakt. Es beantwortet die Fragen, die jede Marke vor einem Deal stellt, bevor sie sie stellen muss.
Damit beschleunigt es jede Anbahnung: Statt fünf E-Mails mit Rückfragen gibt es ein Dokument, das intern weitergereicht werden kann. Für Marken ist ein sauberes Kit außerdem ein Signal, dass du Kooperationen professionell abwickelst.
Wie lang sollte ein Media Kit sein?
Ein bis zwei Seiten — ein Media Kit ist ein Pitch, kein Portfolio. Marken-Manager sichten oft viele Creator parallel und entscheiden in wenigen Minuten, ob eine Anfrage rausgeht.
Wenn du mehr zeigen willst, verlinke: auf deine Kanäle, auf einzelne Cases, auf ein ausführliches Portfolio. Das Kit selbst bleibt die komprimierte Übersicht mit den Kernzahlen und dem Kontakt.
Gehören Preise ins Media Kit?
Preise können ins Media Kit, müssen aber nicht — der praktikabelste Mittelweg sind ab-Preise oder Spannen statt fixer Beträge. So filterst du Anfragen mit unpassendem Budget vor, ohne dir den Verhandlungsspielraum zu nehmen.
Fixe Preise sind riskant, weil Nutzungsrechte, Exklusivität und Aufwand jeden Deal anders machen — und weil veröffentlichte Zahlen schnell veralten. Wenn Preise drinstehen, halte sie aktuell und formuliere sie als Startpunkt, nicht als Endpreis.
Wie oft sollte ich mein Media Kit aktualisieren?
Prüfe die Kern-Zahlen alle vier bis acht Wochen — und immer direkt, bevor du das Kit verschickst. Follower, Ø-Views und Engagement bewegen sich schnell genug, dass ein Vierteljahr Rückstand auffällt.
Ein Web-Media-Kit nimmt dir das Problem kursierender alter Versionen ab: Du pflegst eine Quelle, und jeder Link zeigt den aktuellen Stand. Bei PDFs hilft ein sichtbares „Stand: Monat/Jahr“, damit Marken das Alter der Zahlen einordnen können.
Brauche ich als Nano- oder Micro-Creator schon ein Media Kit?
Ja — gerade als Nano- oder Micro-Creator profitierst du von einem Media Kit. Bei kleineren Accounts entscheiden Marken besonders schnell, und ein sauberes Kit mit echten Engagement-Zahlen und klarer Nische hebt dich von der Masse ab, die nur einen Instagram-Link schickt.
Gerade Nano- und Micro-Creator punkten oft mit der Nähe zu ihrer Community — genau das lässt sich mit Demografie- und Engagement-Daten belegen. Wenn du beim Aufbau Unterstützung willst oder wissen möchtest, ob ein Management für dich Sinn ergibt, melde dich über unsere Kontaktseite.